Seco – verzweifelt gesucht

Eigentlich wollten wir ja bei Swico nur einmal austesten, wie gross das Interesse für unseren neuen Human Resources Circle ist. Er soll den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung der Personalchefinnen stärken (Ja, darunter hat’s auch ein paar Männer).

Das Thema „Arbeitszeiterfassung“ schlug jedoch dermassen ein, dass sich am Mittwoch gegen 100 interessierte Fachleute aus der ICT-Branche in Zürich zusammen fanden. Angesichts des Halali, welches das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco gegen die Branche bläst, durfte das nicht überraschen.

Natürlich hätte männiglich darauf gebrannt, die Position des Seco zu erfahren und für spezifische Fragestellungen Hinweise zu erhalten. Denn die heute durchgesetzte strikte Anwendung des Arbeitsgesetzes samt zugehörigen Verordnungen stellt unsere Branche vor schier unlösbare Probleme.

Als Betreiber der ICT-Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist Swico ein langjähriger und nicht unbedeutender Partner des Seco, das wir daher vor der Terminfestlegung in aller Form zu diesem Anlass eingeladen haben. Wir haben dabei auf die Dringlichkeit und den Leidensdruck hingewiesen: Geschäftsleitungsmitglieder laufen ständig Gefahr, aufgrund überholter Vorschriften aus der Zeit der industriellen Fliessbandproduktion kriminalisiert zu werden.

Das selbe Seco, dass die kantonalen Arbeitsinspektoren regelrecht auf die ICT-Firmen gehetzt hat, reagierte auf unsere Anfrage äussert schmallippig: Leider habe man nicht genügend Personalressourcen (!); man könne sich schon vorstellen, dass Interesse bestehe, weshalb das Seco wahrscheinlich (!) im Jahr 2015 (!) eine allgemeine Veranstaltung zum Thema in Aussicht nehme (Ausrufezeichen durch mich). Für mich zeugt dieses Verhalten schlicht von fehlender Wertschätzung gegenüber den Firmen, welche mit ihren Steuergeldern unter anderem die Löhne des Seco finanzieren.

Damit wir uns richtig verstehen: Natürlich braucht es in den meisten Fällen eine Form der Arbeitszeiterfassung, aber wir müssen Wege finden, die mit der Wissensgesellschaft, global verteilter Leistungserstellung, neuen technischen Instrumenten und Home-office in Einklang zu bringen sind.

Wir sind am Anlass trotz Abwesenheit des Seco weiter gekommen. Daniella Lützelschwab vom Schweizerischer Arbeitgeberverband, Christa Hofmann von Swico sowie Anne Tahar-Werz und Stefan Conzelmann von Hewlett Packard Schweiz konnten uns politische und praktische Lösungsansätze mit auf den Weg geben.

Meine Kollegin hat mir übrigens anvertraut, dass sie einen Teil ihrer Präsentation für den Anlass aufgrund einer spontanen Idee an einem Sonntagabend verfasst hat – ohne vorgängig eine Bewilligung einzuholen. Wenn dass mal der zuständige Arbeitsinspektor nicht erfährt…

edificio industriale in rovina

Bildnachweis: © Giuseppe Porzani – Fotolia.com

Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch

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