E-Voting: Doppelseitig Augenklappe montiert?

Es mutet schon etwas seltsam an, wenn sich die selbst ernannte digitale Speerspitze der politischen Schweiz derart plump und undifferenziert gegen E-Voting zu Wort meldet. Als langjähriger Wahlbürovorstand und Bürger, der im Kreis 2 versuchsweise mit E-Voting stimmen konnte, kenne ich das Thema recht genau und kann daher den Rundschlag der Piratenpartei nicht nachvollziehen:

Es gibt bei jeder Abstimmung oder Wahl ein latentes Missbrauchs- und vor allem Fehlerpotenzial (z.B. Zählfehler, nicht präzis justierte Zählmaschinen, nicht zugestellte Post etc.), Durch gezielte Massnahmen (z.B. mehrmaliges Zählen durch verschiedene Leute, Vier-Augen-Prinzip etc.) kann dieses Risiko beliebig minimiert werden, aber kann nie ganz ausgeschlossen werden. Nach meinem Dafürhalten sind die Regeln für E-Voting mindestens ebenso streng wie für die herkömmliche Stimmabgabe.

Dass gefühlsmässig beim E-Voting die Gefahr viel grösser ist, da der Ablauf für Nicht-Techniker weniger fassbar ist, verstehe ich durchaus. Ich finde es jedoch bedauerlich, dass ausgerechnet die Partei, die es eigentlich am ehesten besser wissen müsste, um der Effekthascherei willen eine wichtige digitale Initiative im Keim ersticken will.

Piratenpartei_e_voting

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