In Basel h??rt man das G(r)as wachsen

Die soeben gestartete Swissbau veranlasst mich, vier Überlegungen zum Thema Messeauftritt anzustellen und sie anhand des Erdgas-Auftritts in Basel zu illustrieren.

Nicht kleckern, klotzen

Statement: An eine Messe geht man nicht, weil „man muss“ oder „alle anderen auch dabei“ sind. Der grosse Aufwand lohnt sich nur, wenn man mit dem Willen hingeht, es besser als die Konkurrenz zu machen. Sonst bleibt man lieber zuhause und investiert in andere Marketingmassnahmen.

Konkret: Für diese Swissbau wurde der Claim „die natürliche Energie“ mittels echtem (!) Rasen umgesetzt. Spektakulär, dass die Rasenfläche auch fast senkrecht aufsteigend die Rückwand des Standes bildet. Im Vergleich zu den meist in weiss gehaltenen Ständen im Techno-Look der Umgebung sicher ein Hingucker.

Tipp: Für den Messebau braucht es nicht nicht nur Standbauer und Dekorateure, sondern zuerst einmal Architekten und Szenographen.

Erdgas-wand

Messe heisst 3D

Statement: Messen bieten die einzigartige Gelegenheit, den Zielgruppen dreidimensionale Objekte zu zeigen, was man mit Printprodukten nicht und mit dem Web (noch) nicht tun kann. Touchscreens allein machen noch keinen Messeauftritt!

Konkret: Mit einem animierten und interaktiven 3D-Modell wird das Power-to-Gas-Konzept anschaulich kommuniziert. Schnittmodelle von innovativen Anwendungen (Gaswärmepumpe, stromproduzierende Heizung, Brennstoffzelle) im Massstab 1:1 sind sehr geeignet, um mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Tipp: Auch sogenannte Bhaltis (Werbegeschenke) sind 3D und kommen gut an. Gutes Beispiel: Die Erdgas-Biberli, in der Ostschweiz mit Erdgas gebacken. Schlechtes Beispiel: Ein nutzloses Gadget mit Knopfbatterie, made in China, ohne Bedienungsanleitung und ohne Aufschrift ausser dem Namen der Firma, die niemand kennt (Realbeispiel Swissbau).

Stand_generellErneuerbarSchnittmodelle

Gadgets müssen funktionieren

Statement: Messen sind eine gute Gelegenheit, um mit moderner Technologien zu brillieren oder einfach mals was Neues auszuprobieren. Aber Achtung: Tests am lebendigen Messebesucher sind tabu. Es muss schon vorher perfekt funktionieren, oder es braucht einen Plan B.

Konkret: Auf dem Erdgas-Netz wurde – als Messe-Premiere – ein WLAN realisiert, das es dem Standpersonal ermöglicht, via Air Stream über Apple TV die grossen Flachbildschirme auf dem Stand direkt anzusprechen und so konkrete Fragen mit audiovisueller Unterstützung und für ein grösseres Publikum zu beantworten. Basis dafür bietet ein App, das in der Basisausführung auch für das Publikum kostenlos erhältlich ist. Technisch realsierbar ist dieses Konzept seit November 2011, das hat grad gereicht.

Tipp: Für solche Spässchen braucht das WLAN eine zünftige Bandbreite, denn unter HD geht an einer Messe nichts – und ruckeln sollten die Bilder ja wohl auch nicht.

Ipad
Wlan

Auch Messen sind ein ‚People Business‘

Statement: Ein Messestand ist nur so gut wie die persönlichen Begegnungen, die er ermöglicht. Dafür braucht es gut geschultes Personal, und ein aktives Marketing, um seine Bezugsgruppen auf den Stand zu holen.

Konkret: Zusammen mit den lokalen Energieversogern werden für Marktmittler aus einzelnen Regionen „Kaffeefahrten“ organisiert. Im Vordergrund steht der freie Messebesuch der Teilnehmer je nach eigenen Interessen, aber man trifft sich auf dem Erdgas-Stand zum Apéro, bevor es wieder nach Hause geht.

Tipp: Messen sind immer eine Form von Ausnahmezustand. Es braucht spezielle, aber klare Weisungen bezüglich Arbeitszeit und Spesen, damit es keine Missbräuche (oder Missstimmungen) gibt. Und auch die Inventarlisten sollte man im Auge behalten. (Vielleicht sollte ich übernächste Woche mal nachschauen lassen, ob alle iPads aus Basel zurück gekommen sind.)

Hinterraum

PS: Ich darf mir erlauben zu sagen, dass der Erdgas-Stand toll geworden ist, da ich mit der Konzeption und Umsetzung nicht direkt befasst war. Dass ich mit meiner Meinung nicht allein auf weiter Flur stehe, zeigt sich auch daran, dass der Erdgas Stand den Swis
sbau Design Award Gold in der Kategorie Standbauten > 80 m2
gewonnen hat. Auch auf diesem Weg ein grosses Kompliment an die VSG Marketing Abteilung, aber auch an die Spezialisten von Office of Spatial Identity!

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