Die Wahlen aus der Froschperspektive

Dieses Wochenende habe ich als Vorstand des Wahlbüros Zürich 9 im Schulhaus Kappeli in Zürich-Altstetten verbracht. Was ist mir da aufgefallen?

  • Smartvote-Listen: Aufgefallen sind mir Listen, die mit unterschiedlich gemischten Kandidaten ähnlicher Parteiausrichtung bestückt waren. Ich konnte mir zuerst keinen Reim darauf machen, bis mir jemand erklärte, er habe auch so gewählt und einfach die Reihenfolge der Nähe der Kandidaten zum eigenen Profil bei Smartvote (bzw. Vimentis) auf den Wahlzettel übertragen.
  • TV-Listen: Mögen die Smartvote-Listen für die Auswertung mühsam sein, so machen sie immerhin für den Wähler Sinn. Im Gegensatz dazu stehen die TV-Listen, bei denen auf einer leeren Liste diejenigen Kandidaten kumuliert aufgeführt sind, die am häufigsten in den Medien (sprich Tele-Züri) zu sehen sind. Der Klassiker: Blocher, Jositsch, Mörgeli, Scherr – in dieser Reihenfolge!
  • Eile mit Weile: Nachdem wir in unserem Wahlkreis mit immerhin gegen 50’000 Einwohnern die Auswertung der Nationalratswahlen kurz nach 15.00 Uhr abgeschlossen hatten, zitterte Fulvio Pelli im Fernsehen auch fünf Stunden später noch um seinen Sitz, weil offenbar Locarno (mit deutlich weniger Einwohnern) und andere Tessiner Gemeinden noch immer nicht in der Lage waren, die dortigen Stimmen fertig auszuzählen. 
  • Countdown: Am Abend dann bemüht sich das Schweizer Fernsehen um etwas Wahl-Glamour. Der Countdown zur Hochrechnung wird von Urs Gredig während sieben quälend langen Minuten zelebriert. Als er sich gefühlte dreissig Mal wiederholt hat, muss er noch ein klassisches Zitat vorlesen, bis es endlich 19.00 Uhr ist. Im Übrigen ist auch die Spannung mit einem Wahlabend in Deutschland nicht zu vergleichen, da bei uns aus den meisten Kantonen schon viele Resultate bekannt sind.

Wenn ich dann morgen ins Büro gehe, muss ich mir die Frage beantworten, was diese Wahlen für die Energiepolitik der Schweiz bedeuten. Wohl nichts Gutes, fürchte ich. Denn es haben primär Parteien gewonnen, denen eine sichere und kostengünstige Versorgung unseres Landes mit Energie nicht wirklich am Herzen liegt. Aber ich lasse mich ja gern eines Besseren belehren…

Wabsti

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