Wie lange hat’s noch?

Neben Klimaschutz und Marktordnung ist Versorgungssicherheit das dritte Mega-Thema, mit dem sich die Schweizer Erdgas-Wirtschaft auseinanderzusetzen hat. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, in der Publikation „Volkswirtschaft“ des Staatssekretariats für Wirtschaft seco den aktuellen Stand wiederzugeben. Das Thema ist für uns nicht deswegen relevant, weil es aktuell Probleme gäbe, sondern weil Politik (und Konkurrenz) das Thema immer wieder gerne frisch aufkochen. Dabei sind zwei Fragen zu unterscheiden:

Hat es genug Erdgas auf der Welt?

Nachdem in letzter Zeit Jahren dank neuen Technologien die ausbeutbaren Erdgasreserven und -ressourcen von rund 70 auf 200 bis 250 Jahre angestiegen sind, ist diese Frage geklärt und die Fakten sind wissenschaftlich erhärtet, auch die Internationale Energie-Agentur IEA ist dieser Meinung. Diese – zugegebenermassen in relativ kurzer Zeit erfolgte – Veränderung ist jedoch noch nicht in der Politik und bei den Verbänden „angekommen“ (bzw. man weigert sich, sie zur Kenntnis zu nehmen). So gibt es die Organisation ASPO (Internaitonal Association for the Study of Peak Oil and Gas), welche auch in der Schweiz einen Ableger hat: ASPO Switzerland. Sie prognostizieren das baldige Ende der Verfügbarkeit von Erdgas. Führende Figur in der Schweiz ist Daniele Ganser, Dozent an der Uni Basel und nach eigenen Aussagen Friedensforscher, der auch schon ein Buch über Nato-Geheimarmeen in Europa publiziert hat.

Kommt das Erdgas auch bis zu uns?

Auch diese Frage kann mittlerweile recht zuverlässig beantwortet werden. Ohne weiter in die Details zu gehen, sorgen eine ganze Reihe von Faktoren dafür, dass die Schweiz innerhalb des eng vermaschten europäischen Erdgas-Netzes keine Lieferunterbrüche fürchten muss:

  • Die Bedeutung des verflüssigten Erdgases (LNG) nimmt laufend zu, womit der Austausch zwischen den Kontinenten spürbar zunimmt. Bei Schiffstransporten kann auch niemand dazwischen „den Hahn zudrehen“ (siehe Grafik).
  • Mit der zunehmenden Produktion in den USA (aktuell grösster Erdgas-Produzent der Welt) und in Australien verteilt sich die Produktion besser über die verschiedenen Kontinente.
  • In Europa sorgt ab Oktober Nordstream dafür, dass Erdgas auch ohne Transit durch Weissrussland oder die Ukraine von Osten nach Westeuropa transportiert werden kann.
  • In Europa werden weitere Speicher gebaut – auch in der Schweiz sucht man nach entsprechenden Möglichkeiten.

Gashandelsstrome_2010

    Der vollständige Beitrag (D/F) in der „Volkswirtschaft“

    [Mit Dank an Daniel Bächtold, der die redaktionelle Vor- und Aufbereitung des Artikels vorgenommen hat]

    Advertisements

    Kommentar verfassen

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s