Guzzella gibt Guzzi – Audi auch

ETH-Professor Lino Guzzella, Spezialist für Mobilität und Antriebssysteme, beeindruckt immer wieder durch die Courage, den Journalisten nicht diejenigen Antworten zu geben, die sie hören wollen, um den Mainstream zu bedienen. So auch heute im Tagi. Die beste Passsage – dem Bundesamt für Energie ins Stammbuch geschrieben:

Sie haben an der ETH einst ein Wasserstoffauto entwickelt, mit dem Sie einen Sparsamkeitsweltrekord aufgestellt haben. Das wäre doch die Lösung: Wir verbannen die Benzinmotoren von der Strasse und steigen flächendeckend auf Elektroautos um. Das CO2-Problem wäre teilweise gelöst.
Nein, diese Vision ist mittlerweile gestorben.

Warum?
Eines der ersten Opfer des Atomunfalls in Fukushima war das Elektroauto. Das Letzte, was wir jetzt noch brauchen, sind neue Stromverbraucher. Zudem sind Elektroautos im Vergleich zu einem herkömmlichen Auto viel zu teuer und weniger leistungsfähig. Wir müssen die Bevölkerung dafür gewinnen, verbrauchsarme Autos zu kaufen. Dadurch senken wir den CO2 relativ schnell.

Müsste man den Kauf von neuen, sauberen Autos subventionieren?
Nein! Hören Sie doch auf, immer alles subventionieren zu wollen. Haben wir denn zu viel Geld? Alles, was ökonomisch nicht sinnvoll ist, wird sich nicht auf breiter Front durchsetzen. Der Staat hat strenge, aber machbare Grenzwerte vorzugeben, den Rest müssen Wissenschaft und Wirtschaft bewerkstelligen.

Im Bereich Mobilität hat sich nun auch Audi vertieft mit Gas als Treibstoff befasst. Als hochprofessionelle Marketing-Organisation präsentiert Audi allerdings nicht einfach ein neues Fahrzeug, sondern kreiert ein ganz neues Mobilitätskonzept. Dieses basiert auf einer kleveren Kombination von Erdgas und Windgas: Überschüssiger Ökostrom wird in Methan umgewandelt. Damit sollen die Erdgasfahrzeuge angetrieben werden, die Audi ab 2013 unter der Bezeichnung TCNG als Serienmodelle anbieten will.

Audi_mobil


PS: Soeben entnehme ich dem Newsletter des Nuklearforums Schweiz, dass das Ersatzkernkraftwerk in Litauen auf Kurs ist, dass Weissrussland am Einstiegsplan festhält und dass in Parkistan Chashma-2 am 12. Mai in Betrieb gegangen ist. Mal schauen, wie stark dies den Verlauf der Ausstiegsdebatte im Nationalrat beeinflussen wird …

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2 Gedanken zu „Guzzella gibt Guzzi – Audi auch

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