Wirtschaft ab ins Exil

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse hat in den letzten Tagen medial massiv Schläge kassiert, weil er es gewagt hatte, die Problematik steigender Energiepreise zu thematisieren. Dies sei alles „Panikmache“, höhnten Journalisten und Politiker zugleich. Dabei hat hat das BFE selbst in seinen „Grundlagen für die Energiestrategie des Bundesrates; Frühjahr 2011“ klar zum Ausdruck gebracht, wie sich die Preise durch Einsatz von Lenkungsabgaben seiner Meinung nach verändern sollen (Tabelle auf Seite 10, unten):

Preisentwicklung

Man kann ja zum Atomausstieg stehen, wie man will, die viel geäusserte (und gern gehörte) Behauptung, dies alles gehe zum Nulltarif (bzw. zum Preis eines Schoggitalers), die lässt sich definitiv nicht aufrecht erhalten. Eine solche Entwicklung würde auch die energieintensiven Unternehmen unseres Landes stark unter Druck setzen und damit deren Auswanderung in andere Länder weiter beschleunigen. Sie müssten ins Exil. Die Internationale Energieagentur nennt dies „Carbon Leakage„, für die Betroffenen bedeutet es schlicht und einfach den Verlust des Arbeitsplatzes. Und man sage mir nicht, eine Lenkungsabgabe werde ja wieder zurück verteilt – die heutige CO2-Abgabe hat den Beweis erbracht, dass das Parlament der Versuchung nicht widerstehen kann, nach den eingesammelten Mitteln zu greifen.

Was allerdings auch klar sein muss (das wiederum hat economiesuisse noch nicht ganz begriffen): Man wird nicht um den Einsatz von Erdgas herumkommen, wie ich heute im Beitrag „Ohne Gas geht es nicht“ in der NZZ am Sonntag ausführen durfte.

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