Leuthard ist nicht Roth

Drehen_am_gashahn

In der NZZ von heute hatte ich Gelegenheit, ein paar Überlegungen zur Energiepolitik post-Fukushima zu äussern:

„Hensch fordert, dass bei einem neuen Stromproduktionsmix die bisherige Tendenz überdacht werden müsse, Anwendungen zu elektrifizieren, etwa mit Wärmepumpenheizungen oder Elektromobilen. Die Alternativen der Gasversorger sind mit Gasmotoren betriebene Wärmepumpen sowie Gasautos. Hensch bevorzugt statt grosser Gaskombikraftwerke kleinere Anlagen im Umfang von bis zu 40 Megawatt. Solche Gasturbinen lassen sich etwa mit Biomasse-Kraftwerken kombinieren. (…) In kleinen Gebäuden sind Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen (Heizungen, die auch Strom produzieren) geeignet. Im Verbund sind diese effizienter als grosse Gaskraftwerke.“

Frau Bundesrätin Leuthard verbleibt hingegen gestern in ihrer Rede zum TISG-Jubiläum und in ihren Aussagen gegenüber der NZZ in den traditionellen Bahnen der bisherigen UVEK-Position. Sie nimmt zwar die Probleme im Bereich Kernkraft zur Kenntnis, zieht daraus aber nicht wirklich Konsequenzen auf strategischer Ebene. Dass sich die ex-EGL-Verwaltungsrätin in der NZZ für das EGL-Pipelineprojekt am Kaspischen Meer stark macht, sollte man ihr nicht zu sehr ankreiden, denn es ist auch dies eine Konstante der Bundespolitik der letzten Jahre. Immerhin liegt heute der Fokus nicht mehr auf Iran, sondern auf Aserbeidschan. Dort wird bekanntlich bei Fototerminen die Verschleierung der Frauen weniger strikt durchgesetzt…

Dass Politiker durchaus in der Lage sind, nach der Analyse auch strategische Schlüsse zu ziehen, beweist heute im Tages-Anzeiger ausgerechnet die Chefin  der deutschen Grünen Claudia Roth. Auf die Frage, wie das Problem der Produktionsschwankungen bei Wind und Photovoltaik gelöst werden solle, erklärt sie kurz und bündig:

„Wir brauchen eine starke Dezentralisierung der Energieerzeugung. Wir brauchen kleine, moderne Gaskraftwerke, Netze und Speicherkapazitäten.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

[Illustration: NZZ vom 9.4.11]

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