Von Beizern lernen?

Vor wenigen Tagen haben sich das AWA des Kantons Zürich, ICTswitzerland und Swico an die Medien gewandt: Sie berichteten über die erfreuliche Tatsache, dass Drittstaatenkontingente keine Inländer aus ihren ICT-Jobs verdrängen. Im Gegenteil, aus der Praxis unserer Mitglieder wissen wir, dass insbesondere zusätzliche EU-/EFTA-Kurzaufenthalter-Kontingente regelrechte „Schuhlöffel“ sind, um Projekte in der Schweiz statt anderswo abzuwickeln.

Dies heisst aber nicht, dass wir in der ICT-Branche kein Problem im Zusammenhang mit älteren Arbeitnehmenden hätten. Als Swico-Exponent könnte ich mich ja zurücklehnen und mit dem Finger auf die Anwenderfirmen zeigen, welche zwei Drittel der ICT-Fachleute beschäftigen: Bei ihnen gelten ICT-Leute vor allem als Kostenfaktor und Innovationsblocker, während sie bei den Swico-Mitgliedern als Wertschöpfungstreiber gehätschelt werden; ganz nach dem Motto: „The Software Engineer is King“ (©Prof. Dr. Willy Zwaenepoel, via Ergon).

Aber ja, wir haben in der Branche generell ein Problem im Umgang mit älteren Arbeitnehmern, welche nicht auf die Eames-Chairs der Teppichetage gelangt sind, und das sind natürlich die meisten. Und ja, auch in den Anbieterfirmen:
Nicht jeder Junge in Turnschuhen wird zu einem Mark Zuckerberg oder Bill Gates. Und nicht jeder Mensch über 35 mutiert zu Statler und Waldorf aus der Muppet Show. Wir müssen also auch jungen Chefs und HR-Managern beibringen, dass jugendliches Alter per se kein Qualitätsmerkmal ist. Wer so wie unser Nachwuchs für Diversity schwärmt, sollte auch diese Dimension nicht ausser Acht lassen.

Grössere Firmen lassen heute Bewerbungsdossiers häufig von Spezialfirmen filtern, oftmals mit Sitz im Ausland und mittels IT-gestützten Systemen. Wenn diese jedoch mit den ganz spezifischen Gegebenheiten des Schweizer Berufsbildungssystems nicht vertraut sind, werden sie oft qualifizierte Bewerber aussieben, weil deren Papiere und Diplome nicht Schema F entsprechen, obwohl die Fähigkeiten da wären. Dies wirkt sich natürlich vor allem bei älteren Bewerbern nachteilig aus. Unternehmen müssen daher im eigenen Interesse ihre Prozesse nach solchen versteckten und ungewollten Altersdiskriminierungen durchforsten und diese sodann eliminieren.

Möglicherweise kann der 55jährige nicht mehr so flink codieren wie ein 25jähriger. Heisst das nun, dass man ihn baldmöglichst als unproduktiv loswerden muss? Oder müssten sich die ICT-Unternehmen nicht viel mehr überlegen, wie man Karriere- und Entwicklungspfade so gestaltet, dass möglichst alle Mitarbeitenden ihre Stärken optimal ausspielen können? Gefragt sind also neue Abläufe, adaptierte Job-Profile und innovative Lohnmodelle.

Natürlich liegt der Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit grundsätzlich in der Verantwortung des Arbeitnehmers. Aber der Arbeitgeber trägt eine Mitverantwortung, die umso grösser ist, je länger der Mitarbeitende bei ihm arbeitet und je proprietärer das Arbeitsumfeld ist. Weiterbildung muss nicht nur ein Thema im Jahresendgespräch sein, sondern es sind auch entsprechende Angebote zu machen, die etwas kosten. Die Forschung zeigt, dass dieses Geld schon relativ kurzfristig in die Firma zurückfliesst, und zwar in Form von höherer Produktivität und reduzierten Ausfalltagen.

Oftmals jammern Firmen auch, dass die nach Alter gestaffelten Beiträge der Zweiten Säule Ältere untragbar teuer machen, selbst wenn die Lohnunterschiede gering seien. Tatsache ist, dass es Pensionskassen gibt, welche altersunabhängige Beiträge anbieten (offenbar jede fünfte). Und die Gastrobranche – welche sich ebenfalls mit älteren Mitarbeitenden schwertut – hat auf die ihr eigene Weise das Problem gelöst: Bei Gastro Social, der Pensionskasse des Gastgewerbes, sind Einheitsbeiträge durch den Gesamtarbeitsvertrag vorgeschrieben. Es geht also, wenn man will – und wir in der ICT-Branche würden es natürlich ohne das Prokrustes-Bett eines GAV schaffen.

Wir sollten wirklich an diesem Thema arbeiten. Nicht weil wir damit die Medien positiv stimmen oder Preise gewinnen können. Sondern weil wir – um die Digitalisierung im Inland zu stemmen – mehr denn je jeden Einzelnen brauchen werden, der mithelfen kann. – Und jede Einzelne auch, doch das ist eine andere Geschichte …

Senior man with notebook sitting in the park

Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch. Bildnachweis: Fotolia Sergey Nivens

Überschwang ohne Fundament

Pausenlos werden mit medialem Getöse Startups gegründet, epochale Symposien ausgeschrieben, disruptive Produkte lanciert. Vor allem erfreut uns jeder Tag wieder neu mit den euphorischen Statements selbst ernannter KI-, VR-, IoT-, Big Data-, Machine Learning-Gurus. Völlig zu Recht hat sich daher der Verleger von Inside-it.ch kürzlich über das grassierende Digitalisierungsgeschwafel in unserer Branche echauffiert.

Der Digitalisierungshype sorgt mittlerweile dafür, dass gschpürige Politiker allenthalben unser Land als das neue Silicon Valley anpreisen und verkaufen, manchmal auch nur die eigene Region (hat da jemand Crypto Valley gesagt?). Und so schiessen staatliche, halbstaatliche oder Non-Profit-Initiativen nur so aus dem Boden, welche den Groove von Palo Alto, Sunnyvale und Menlo Park in die Schweiz bringen wollen.

Die CEO von Grosskonzernen oder Firmen der „alten“ Welt posieren in Jeans und Polo-Shirt als Venture Capitalists in den Inkubatoren dieses Landes und plaudern lässig mit ETH-Absolventen über die heissesten Businessmodelle. Sie alle gehen davon aus, die Schweiz sei ein optimaler Nährboden für ein Startup-Ökosystem. Und dass demnächst das neue Facebook, Uber oder Salesforce in einer Garage in Mümliswil gegründet werden wird.

Für sie alle habe ich eine schlechte Nachricht: Die Schweiz ist in keiner Weise bereit und hat elementare Hausaufgaben nicht gemacht. Dazu nur ein paar wenige Punkte:

  1. Die Schweiz will internationale Entwicklungs- und Forschungsstandorte anziehen. Aber sie beharrt bei den Mitarbeitenden auf eine Arbeitszeiterfassung, welche in den 60er Jahren für Fliessband-Arbeit konzipiert wurde.
  2. Die Schweiz möchte die Digitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft als Standortfaktor vorantreiben. Aber im Parlament wird ernsthaft darüber diskutiert, möglichst viele Branchen durch Netzsperren vom Internet und vom Rest der Welt abzuschotten (Geldspiele, Urheberrecht etc.).
  3. Die öffentliche Hand will als Vorbild wirken und ihre eigene Digitalisierung massiv vorantreiben. Sie stellt sich aber durch absurde Regeln und Beschaffungspannen ständig selbst ein Bein.
  4. Die Schweiz möchte sich als sicheren Datenstandort etablieren und in diesem Geschäftsfeld eine führende Position einnehmen. Aber Sie erweitert gerade massiv den verdeckten Zugriff auf Daten durch Geheimdienst und Strafverfolgungsbehörden, womit das Vertrauen in den Datenstandort verspielt wird.
  5. Die Schweiz möchte zu einem wichtigen Hub für Startup-Firmen und Venture Capitalists werden, aber gewisse kantonale Steuerbehörden wenden in diesem Bereich Bewertungsmethoden an, welche Firmengründer bei der ersten Finanzierungsrunde ins ökonomische Verderben stürzen.
  6. Die Schweiz möchte den Finanzplatz erhalten, indem digitale Geschäftsfelder aufgebaut werden, aber die FINMA ist daran, den Umgang mit Bitcoins&Co. zu Tode zu regulieren.
 Also, liebe ICT-Unternehmen, schwurbelt ruhig weiter, denn klappern gehört zum Handwerk (auch zu meinem). Aber seid euch dessen bewusst, dass das nicht reichen wird. Wenn ihr nicht selbst oder über Verbände auf der politischen Bühne für vernünftige Rahmenbedingungen kämpft, dann wird es bald nicht mehr viel zu klappern geben. Und aus dem erträumten zweiten Silicon Valley wird über kurz oder lang ein Tal der Tränen.
Drought land
Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch. Bildnachweis: Fotolia Galyna Andrushko

Hoffnungslos grün

„Nein, das neueste iPhone können wir Ihnen nicht verkaufen. Das Bundesamt hat die Deklaration der 367 Produkte-Komponenten noch nicht überprüft. Sie haben die Wahl: Warten Sie sieben Monate oder kaufen Sie es doch in Deutschland.“

„Nein, ihre Daten können wir in der Schweiz leider nicht speichern. Wegen des Stromverbrauchs dürfen wir leider keine Rechenzentren mehr bauen.“

„Same-Day-Delivery? Geht in der Schweiz leider nicht, ist ökologisch nicht korrekt. Sie wissen schon, die Umweltbelastung.“

„Den Laptop können wir Ihnen nicht verkaufen. Gemäss Bundes-Umweltdatenbank haben sie schon einen Desktop und ein Tablet. Sie müssen sich schon entscheiden!“

„Warum wir in Bulgarien entwickeln lassen? Schweizer Programmierer verdienen zu viel, und konsumieren deshalb auch zu viel. Dafür müssen wir als Firma Öko-Strafzahlungen leisten.“

Diese Statements könnten Sie in einigen Jahren von ICT-Anbietern vernehmen, wenn am 25. September die Initiative „Grüne Wirtschaft“ angenommen wird.

Würde Nationalrat Girod mich lesen, spränge er jetzt aus seinem Liegestuhl: „Panikmache! Büttel von Economiesuisse! Das steht alles gar nicht so im Text!“

Mit dieser letzten Aussage hätte er auch Recht, das alles steht tatsächlich nicht im Text. Denn, um dem Stimmbürger die bittere Medizin zu verkaufen, gehen die Grünen raffiniert vor und zwar nach folgendem Rezept: Zuerst postuliert man ein hehres Ziel, das nicht einmal die Gegenseite in Abrede stellt: „Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft“. Dann setzt man die Kriterien so, dass Sie in einer möglichst langen Frist nicht zu erreichen sind: 2050 ist eine runde Zahl. Im Abstimmungskampf kann man immer darauf hinweisen, dass man ja keine scharfen Massnahmen fordere, dank Innovation komme alles gut, ohne dass jemand sich einschränken müsse (Rebound, schon gehört?).

Als Gegner kommt man in die unmögliche Situation des Schattenboxens, da ausser Frist und Ziel keine konkreten Faktoren bekannt sind. Wenn immer man andeutet, worum es gehen könnte (siehe oben), heisst es: „Aber gerade das fordern wir gar nicht!“ Tatsache ist, die oben geschilderten Aussagen sind nicht weit von dem, was uns blüht. Denn dank der Unmöglichkeit, das Ziel im globalen Alleingang zu erreichen, kann immer Neues und immer mehr gefordert werden. Denn es wird nie genügen. Und immer werden dann die Grünen argumentieren: „Ihr strengt euch nicht genug an. Ihr schafft es offenbar nicht freiwillig. Um die Verfassungsbestimmung zu erfüllen, müssen wir jetzt halt nachhelfen, mit strengen Regeln, es braucht nun deutliche Einschränkungen. Koste es, was es wolle, volkswirtschaftlich, oder bezüglich Steuern. Es steht in der Verfassung, das Volk hat es so gewollt.“

Ganz schön ausgebufft, nicht wahr? Und der Trick wird nicht zum ersten Mal angewendet. 2008 haben die Stadtzürcher Stimmberechtigten das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung verankert. Niemand wusste, was das bedeuten würde, weshalb sich nicht einmal die bürgerlichen Parteien gross dagegen stark machten. Die Norm verschaffte aber den Behörden die Legitimation, rigoros ins Leben der Bürger einzugreifen, von den Stromtarifen, über die Wahl der Heizung bis hin zu Verkehr und Parkplätzen.

Was das alles für tolle Vorstösse und Regelungen bewirkt hat, können Sie leicht googeln. Tun Sie das jetzt, in Zukunft könnten auch Suchanfragen – da stromfressend – kontingentiert werden.

old abandoned car

Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch. Bildnachweis: Fotolia: charles taylor 

Der Fluch der guten Tat

Wenn Wirtschaftsverbände (wie Swico) gegen Regulierungswut wettern, wird dies von Politikern, Medien und Publikum oft als überzogene Angstmacherei abgetan. Denn der Erlass von Gesetzen und Verordnungen mit regulierendem Charakter betrifft in der Regel nicht den Einzelnen, sondern Unternehmen, welche für die Umsetzung Ressourcen zur Verfügung stellen und die Unkosten tragen müssen.

Nehmen wir ein simples, für unsere Branche aber relevantes Beispiel: Die Eisenbahn. Wir alle haben in einer Volksabstimmung beschlossen, sie unter dem Titel FABI (Finanzierung Ausbau der Eisenbahninfrastruktur) weiter zu entwickeln und die Mittel dafür bereit zu stellen. Eine gute Tat, zum Nutzen der Umwelt. Aber eben auch kostspielig. Und da Steuererhöhungen in der Schweiz schwierig sind – denn die Steuerzahler dürfen bekanntlich mitreden beziehungsweise darüber abstimmen – findet man ein anderes Mittel, um die Steuereinnahmen zu erhöhen: Man reduziert Steuerabzüge.

Wie das im konkreten Fall geht, dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein: In der Steuererklärung können nur noch maximal 3000 Franken Fahrkostenabzug geltend gemacht werden. Doch nun beginnt sich die Regulierungsschraube zu drehen. Wie behandelt man Mitarbeitende mit einem Geschäftswagen? Aus Gründen der Gleichbehandlung der Steuerpflichtigen muss dafür gesorgt werden, dass sie nicht indirekt höhere Pendlerkosten abziehen können. Also muss man sich bei jedem Einzelnen den Arbeitsweg anschauen. Ist er unter 10 km? Dann ist es kein Problem, die 3000-Franken-Limite würde sowieso nicht erreicht. Ein Häkchen setzen im Lohnausweis reicht aus.

Sonst beginnen die Schwierigkeiten: Grundsätzlich muss jede Fahrzeugnutzung lückenlos aufgezeichnet werden, worüber ein Bordbuch zu führen ist. Ende Jahr wird dann abgerechnet und je nach Resultat der Lohnausweis formuliert. Das ist natürlich für viele nicht praktikabel: Als HR-Abteilung macht man sich damit jedenfalls keine Freunde. Also kann man die notwendigen Werte auch ausrechnen: Da wird zuerst gemäss Wegleitung die Anzahl „Aussendiensttage“ berechnet (die natürlich jedes Jahr schwankt), und daraus wird dann der prozentuale Anteil der Aussendiensttage an den Arbeitstagen ermittelt. Daraus ergeben sich die effektive Anzahl Arbeitstage beziehungsweise Arbeitswegfahrten, die mit der Anzahl der als Arbeitsweg gefahrenen Kilometer multipliziert werden. Der so ermittelte Wert wird sodann mit dem Kilometeransatz multipliziert. Er wird zum Lohn addiert (und damit natürlich steuerbar). Bei bestimmten Funktionen können immerhin Pauschalansätze angewendet werden.

Wird Ihnen auch schon ganz Sturm im Kopf? Dabei habe ich krass vereinfacht. Zum Beispiel habe ich ausgelassen, dass man Homeoffice-Tage, Militärdienst oder längere Krankheitsabsenzen mangels Arbeitsweg anders berechnet. Oder dass es Sonderregeln für Aussendienstler gibt, die gar nicht erst in die Firma, sondern direkt zu den Kunden fahren. Oder dass die Privatnutzung des Geschäftsfahrzeugs wie bisher separat auf der Basis des Fahrzeugwerts zu versteuern ist.

Sie werden sagen: Selber schuld, wer Auto fährt. Mit dem öffentlichen Verkehr gibt’s all diese Schwierigkeiten nicht. Dem ist natürlich nicht so. Tatsächlich sind kostenlose Halbtags-Abos des Arbeitgebers unproblematisch und führen auch nicht zu höherer Steuerbelastung. Bei einem GA sieht es hingegen anders aus. Ist die Abgabe geschäftlich erforderlich (sozusagen als Geschäftswagen-Surrogat)? Oder nicht, womit er zum steuerpflichtigen Lohnbestandteil wird? Ja, richtig, auch für Sammeltransporte des Arbeitgebers (in der ICT vielleicht weniger gebräuchlich), gibt es eine spezielle Regel.

Man sieht: Aufgrund eines ursprünglich relativ einfachen Vorhabens (Beschränkung des Pendlerabzugs) entsteht plötzlich ein Regulierungs- und Bürokratiemonster, das hunderttausende von Firmen zusätzlich belastet und für letztere völlig unproduktiv ist. Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil man alles perfekt regeln will.

Übrigens: Ihr HR-Chef rauft sich die Haare angesichts des Mehraufwands? Dann bitte, bitte, erzählen Sie ihm nicht, dass die oben beschriebene Beschränkung des Pendlerabzugs nur für die Bundessteuern gilt: Jeder Kanton kann bei den kantonalen Steuern auf die Beschränkung verzichten oder dafür andere Regeln aufstellen.

Eisenbahnviadukt bei Gmmenen, Schweiz

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Mein erstes Mal

Am 7. Juli musste das Büpf Referendumskomitee der traurigen Wahrheit in die Augen schauen: Das Referendum ist ? wenn auch knapp ? gescheitert. Es fehlten am Schluss ein paar tausend Unterschriften. Kaum jemand macht sich allerdings Gedanken, wie denn ein Referendum so ganz praktisch abläuft, angefangen bei mir, der ich seit 40 Jahren in der Politik unterwegs bin und schon manche Referenden und Initiativen unterschrieben habe.

Logistisch besonders anspruchsvoll ist die Verarbeitung der eintreffenden Unterschriften. Die Unterschriften liegen in völlig unterschiedlichen Formaten vor: Ausschnitte aus Zeitungen, selbst Ausgedrucktes oder sogar von Dritten selbst erstellte Fresszettel (rechtlich zulässig). All diese müssen erfasst und auf 2?300 (!) politische Gemeinden aufgeteilt werden. Sobald in einer Gemeinde eine bestimmte Anzahl Unterschriften beieinander sind, werden sie gezählt und mit Begleitbrief per Post an die Gemeinde geschickt. Diese beglaubigt dann die Unterschriften (und erklärt einzelne vielleicht für ungültig), und schickt die Bögen wieder an das Komitee zurück. Dort müssen die gültigen Unterschriften zahlenmässig erfasst werden. Die meisten Gemeinden arbeiten speditiv, aber es gibt immer wieder solche, denen man noch mehrmals nachtelefonieren muss, bis sie ihre Aufgabe erledigen. Mit anderen Worten, ein riesiger Aufwand.

Ich schildere dies hier so ausführlich, weil es natürlich für uns ICT-Menschen ein Horror ist: Medienbrüche allenthalben und eigentlich ein riesiges Potenzial für Digitalisierung. Das Problem dabei: Eine digitale Unterschrift ist nicht möglich, Handschriftlichkeit nach wie vor Pflicht. Meine Learnings:

Die Sammlungstätigkeit muss am Tag 1 (von 100) beginnen. Dazu reicht es allerdings nicht, dass die entsprechenden (von der Bundeskanzlei vorgeprüften) Unterschriftenbögen zur Verfügung stehen. Die Sammlung muss an diesem Tag auch in der ganzen Schweiz wirklich losgehen. Das war sicher ein Manko beim Büpf-Referendum: Verschiedene der Partner waren noch nicht bereit und mussten sich erst organisieren. Dabei ging recht viel Zeit verloren.

Um mehrere Organisationen zu koordinieren, muss sich jeder Partner auf eine bestimmte Anzahl Unterschriften verpflichten. Nur so kann man den Sammelstand im Zeitverlauf und im Quervergleich überwachen. Unabdingbar ist dazu aber, dass die verschiedenen „Verpflichter“ auch mittels separater Bögen sammeln, damit man die Unterschriften zuordnen kann (letzteres war beim Büpf nur teilweise der Fall).

Die Selbstverpflichtungen der verschiedenen Organisationen sollten beim Start auf ihre Realitätsnähe kritisch überprüft werden. Gerade bei Jugendparteien ist manchmal der Ehrgeiz und die Begeisterung grösser als es die tatsächlichen Ressourcen sind. Hier hätten wir beim Büpf-Referendum wohl zweifellos strenger sein müssen. Allerdings hätte es dann vielleicht gar kein Referendum gegeben?

Es braucht eine physische Infrastruktur, zentral gelegen und ohne Zutritt von Drittpersonen. Unter 100 Quadratmetern ist es wohl kaum zu schaffen: viel Fläche zum Sortieren, aber auch umfangreiche Regale oder Hängeregister. Eine Poststelle in der Nähe ist auch ein Vorteil. Dies war beim Büpf-Referendum dank CCC und pep Stiftung recht optimal erfüllt (Ein Kühlschrank mit Club Mate vor Ort kann auch nicht schaden?).

Wichtige Verbände machten nicht wie erhofft mit, weil sie die wirtschaftlichen Folgen für ihre eigenen Mitgliedfirmen technisch nicht verstehen bzw. nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Sie klammern sich teilweise an die Hoffnung, durch Wohlverhalten dann bei der Umsetzung besser mitreden zu können. Und ich muss mich wohl selbst an der Nase nehmen: Ich bin offenbar in diesen Kreisen entweder nicht aktiv oder nicht überzeugend genug aufgetreten.

Das Sammeln von Unterschriften wird dadurch erschwert, dass bei einem Referendum ein Thema bei vielen Medien und damit in der Öffentlichkeit noch gar nicht richtig angekommen ist. Es war ja bisher erst im Parlament. Das kostet beim Sammeln viel Zeit. Allerdings konnte man beim Büpf auf Grundkenntnisse aufgrund der allgemeinen Diskussion zu Snowden & Co. zurückgreifen, so dass dies im konkreten Fall kein Problem darstellte. Es gab Sammler, die pro Stunde bis zu 25 Unterschriften hereinholten!

Vergesst Social Media bei einem Referendum. Für den internen Austausch, für die Anfeuerung sind sie zweifellos nützlich, aber Views und Likes lassen sich keinesfalls in Unterschriften ummünzen. Die Nutzer sind verwöhnt und geben gerne zu allem ihren Senf, aber sich eine Meinung bilden, etwas ausdrucken, unterschreiben und zum Briefkasten tragen, das ist dann doch zu viel der Mühe? Gilt übrigens auch für Massenversände auf Print. Was hingegen funktioniert, ist die Ansprache von Bekannten per persönlichem Mail.

Es gibt mittlerweile ein Tool, das im Netz den Sammelprozess soweit wie möglich digitalisiert (viel liegt da ja wie gesagt nicht drin). Das Instrument erhöht die Kontrollmöglichkeiten und generiert auch Mail-Adressen. Aber der Anbieter kann die hinterlegten Adressen auch für Vorlagen einsetzen, die ich politisch ablehne. Und das schmeckt mir natürlich nicht.

Wir haben also Verschiedenes, aber nicht viel falsch gemacht. Wir konnten über 50’000 Unterschriften sammeln, aber wir schafften es nicht, sie auch rechtzeitig beglaubigt der Bundeskanzlei abzugeben. Persönlich ziehe ich trotzdem ein positives Fazit: Hier hat sich eine Community gebildet, die den Einzelfall Büpf überdauern wird, denn die Überwachungsproblematik bleibt brandaktuell. Und persönlich habe ich tolle und engagierte Menschen kennen gelernt, mit denen ich sonst nie zusammen gekommen wäre.

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Marketing ab 1. Juli strafbar

Angesichts dessen, was man zum Teil an Marketingkommunikation vorgesetzt bekommt, wäre es vielleicht nicht schlecht, diese Machwerke würden strafrechtlich verfolgt. Allerdings geht es heute gerade nicht um diesen Teil des Marketings, sondern um Events, Einladungen und Geschenke: Das neue Korruptionsstrafrecht tritt am 1. Juli in Kraft, und dieses verfolgt nun auch die Bestechung von Privaten.

Einem Mitarbeitenden eines Unternehmens, mit dem man ein Geschäft abschliessen will, einen Vorteil zukommen zu lassen, ist nun grundsätzlich strafbar. Wer als ICT-Anbieter einen CIO zu einem Tennis-Turnier nach Gstaad einlädt, um einfacher den Zuschlag für die schon lange pendente Offerte zu erhalten, der befindet sich schon mit einem Bein im Kittchen. Bisher war es nur strafbar, wenn es sich um einen Amtsträger handelte, also zum Beispiel den Einkäufer des Bundesamts für Strassenbau. Heute gilt das ganz generell.

Es hilft auch nichts, wenn Sie stattdessen nicht ihn, sondern seine Frau einladen, auch dies ist nicht erlaubt. (Wobei das Beispiel etwas verunglückt ist: Ich bin nicht sicher, ob es die beste Idee ist, einen Mann dadurch bestechen zu wollen, dass ich mit seiner Frau ein Wochenende verbringe. Aber das nur am Rande).

Weit interpretiert, würde ein solches Gesetz natürlich die ganze Event- und Hospitality-Branche, die Gastronomie bis hin zu den Edelpuffs in den Ruin treiben. Das wäre volkswirtschaftlich unerwünscht, weshalb der Gesetzgeber gewichtige Ausnahmen eingebaut hat: Wenn es mir nicht um ein konkret erwünschtes Handeln einer anderen Person geht, sondern eher um generellen Goodwill, dann geht es in Ordnung. Auch die Annahme von „geringfügigen, sozial akzeptierten“ Geschenken ist erlaubt, wobei sich die Frage stellt, wo das aufhört. Und die Antwort könnte auch anders lauten, je nachdem ob wir uns im Grossrechnergeschäft oder im Handel mit USB-Sticks bewegen.

So oder so, es stellen sich einige heikle Fragen, was man wirklich noch in diesem Bereich machen darf. Auf der sicheren Seite ist man allerdings, wenn der Arbeitgeber des Beschenkten damit einverstanden ist. Also könnte es bald zum Standardprozedere gehören, vom Gegenüber zuerst eine offizielle Bestätigung seines Arbeitgebers zu verlangen, dass er mit der Einladung oder dem Geschenk einverstanden ist.

Auch für Unternehmen sind die neuen Bestimmungen eine Herausforderung: Sie machen sich auch strafbar, und zwar nicht nur, wenn sie sich so mangelhaft organisiert haben, dass man den wahren Täter nicht schnappt (hier eher unwahrscheinlich), sondern wenn sie nicht alle erforderlichen und zumutbaren Vorkehrungen getroffen haben, um aktive Bestechung zu verhindern. Die Compliance-Abteilung kann also weiter aufgestockt werden…

Wer nun noch gern eine etwas fundiertere Auseinandersetzung mit der Materie hätte, findet als Swico-Mitglied ein Merkblatt auf unserer Arbeitgeberplattform im Extranet, wo mittels Grafiken, Tabellen und FAQ genau erklärt wird, was zu tun ist – und vor allem, was zu lassen.

Das Ganze ist ja irgendwie schon pervers: Sie dürfen mich nur zu einem Golf-Weekend einladen, wenn Sie nichts Konkretes von mir wollen. Dann macht es ja aber irgendwie keinen Sinn – ökonomisch. Wobei ich dieses Beispiel ganz bewusst gewählt habe (denn bestechen lassen ist ja gleichermassen strafbar!): Ich spiele kein Golf.

Urlaub in der Karibik

Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch.

Bildnachweis: Fotolia, eyetronic

Freihändig vergeben

Gerhard „Geri“ Knobel schätzte es zwar nicht, durch halb Bern ins Bundeshaus Süd zu pilgern, um beim Departement anzutanzen. Aber es liess sich nun mal nicht umgehen. Denn neuerdings gab es im Departement einen Beschaffungsverantwortlichen, dem er als Informatikleiter des Bundesamts jeweils seine Vorhaben präsentieren musste. Mit diesem Erbsenzähler würde es sicher nicht einfach werden, obwohl der Fall doch völlig einfach lag: Das Bundesamt hatte beschlossen, von Grund auf ein nationales Portal für vorbeugende Präventionsprophylaxe aufzubauen, das sämtliche Aktivitäten in diesem Bereich national und kantonal umfassend darstellen würde. Er hatte auch schon eine Offerte hereingeholt, eine sehr gute Offerte. Er musste eigentlich nur noch den Vertrag unterschreiben, bevor es los ging.

„Aber Sie wissen schon, Herr Knobel, dass Sie das nicht einfach so freihändig vergeben können.“

„Also bisher ging das eigentlich immer problemlos.“

„Von welchem Betrag sprechen wir denn?“

„Ich konnte den Auftrag auf unter 10 Millionen drücken. Wir liegen jetzt nur noch bei 9,8 Millionen, also ein Schnäppchen.“

„Das ist aber deutlich über dem Schwellenwert gemäss Verordnung.“

„Wenn Sie es so sehen, dann können wir den Auftrag ja auch in mehrere Tranchen aufteilen. Das sollte ja wohl möglich sein.“

„Es gibt da nur ein klitzekleines Problem: Bei der heutigen Limite für freihändige Vergabe von 150‘000 Franken müssten Sie den Auftrag in rund 67 Tranchen aufteilen.“

„Kann man das nicht irgendwie virtuell machen?“

„Es gibt noch ein grösseres Problem: Die Aufteilung in mehrere Tranchen ist illegal.“

„Aber man könnte doch argumentieren, dass es sich um einen Folgeauftrag handelt. Dann kann man doch gemäss Verordnung unabhängig vom Betrag freihändig vergeben.“

„Ist es denn ein Folgeauftrag?“

„Die gleiche Firma hat auch schon Computer bei uns installiert. Also da könnte man schon von einem Folgeauftrag sprechen, so virtuell.“

„Die Verordnung lässt es aber nur zu, wenn ein Anbieterwechsel hohe Kosten verursachen würde. Das scheint mir hier definitiv nicht der Fall zu sein.“

„Aber es gibt doch sicher noch andere Möglichkeiten für freihändige Vergaben, alle machen das doch so!“

„Ja, man kann auch freihändig vergeben zum Erhalt von inländischen Unternehmen, die für die Landesverteidigung wichtig sind. Ist der Lieferant für die Landesverteidigung wichtig?“

„Ja irgendwie schon, in der Schweiz sind doch alle für die Landesverteidigung wichtig!“

„Nein, so geht das wirklich nicht. Weshalb um Himmelswillen wollen Sie denn den Auftrag unbedingt an diese Firma vergeben?“

„Ganz einfach, der VR-Präsident ist mein Schwiegervater.“

„Ach so, sagen Sie das doch gleich. In so einem Fall kann man natürlich immer freihändig vergeben.“

businesswoman and businessman signing contract in the office

Fotolia, Bacho Foto

Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch.

Unwillkommener Staatsauftrag

Dieser Beitrag wurde für meine Monatskolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch verfasst, was in diesem Fall für das Verständnis des Textes relevant ist. 

Kürzlich ist die Unterschriftensammlung für das Referendum gegen das revidierte BÜPF gestartet, dem Bundesgesetz betreffend Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs. Die Auswirkungen des Gesetzes auf Gesellschaft und Bürgerrechte wurden schon oft thematisiert. Darüber liesse sich in der Tat noch viel schreiben.

Doch bei inside-it.ch, dem Zentralorgan der CIO, Nerds und anderer IT-Fritzen, steht natürlich noch eine andere Frage im Vordergrund: Was bedeutet das BÜPF für unsere Branche und für unsere Unternehmen?

Während früher die gute alte PTT einziger Ansprechpartner der Überwacher war, steigt der Kreis der mitwirkungspflichtigen Firmen mit dem neuen Gesetz ins Uferlose: Es umfasst nicht nur Telekom-Firmen und Internetprovider, sondern alle Firmen, welche Software entwickeln, anbieten oder verkaufen, sofern diese Kommunikationsmöglichkeiten wie zum Beispiel Chat beinhalten, und das ist heute bei vielen Produkten der Fall. Auch wer grössere Netzwerke betreibt, ist betroffen. Auf den Punkt gebracht: Wenn Sie regelmässig inside-it.ch lesen, dann gehört ihr Arbeitgeber sehr wahrscheinlich auch zu den überwachungspflichtigen Unternehmen.

Das BÜPF zwingt ICT-Anbieter nicht nur, Überwachungsmassnahmen zu dulden (was ja gerechtfertigt und notwendig ist), sondern sich auf Vorrat als Überwachungsdienstleister“ vom Bund zertifizieren zu lassen und einen automatischen Zugriff des Bundes auf ihre Systeme einzurichten. Verschlüsselungen müssen entfernt werden. ICT-Anbieter haben damit keine echte Kontrolle mehr, was auf ihren Systemen passiert – die NSA lässt grüssen. Insbesondere können sie damit ihren Kunden gegenüber auch keine entsprechenden Garantien mehr abgeben.

Via BÜPF verlangt der Staat allen Ernstes, dass Schweizer Firmen auf Wunsch neue Produkte mit Kommunikationsfähigkeiten sechs Monate vor der Lancierungden Behörden vorlegen: Im Zeitalter von internationalem Wettbewerb und „Minimum viable products“ ein absoluter Innovationskiller. Damit werden in Zukunft in unserem Land sicher keine neuen Produkte mehr entwickelt. Insbesondere auch die von den Standortförderern heiss geliebte Gaming-Industrie wird in Zukunft einen weiten Bogen um die Schweiz machen.

Kommt dazu: Staatstrojaner müssen via „Backdoor“ auf die Zielgeräte eingeschleust werden. Damit werden diese jedoch auch für jede andere Schadsoftware verwundbar und somit zu regelrechten Virenschleudern, was sich nicht nur auf die betroffenen Geräte auswirkt, sondern auch die Netzstabilität beeinträchtigt und die Datensicherheit bei allen Netznutzern gefährdet. Der Einsatz von Staatstrojanern ist eine Einladung zum Aufbau von Bot-Netzen und zu organisierter Internet-Kriminalität. Auch dies ein Schlag gegen die ICT-Industrie, die für Cloud-Lösungen auf integre und geschützte Netze angewiesen ist.

Ganz generell nimmt der interne Sicherheitsaufwand vieler ICT-Anbieter mit dem BÜPF massiv zu und erfordert den Aufbau aufwändiger Strukturen. So werden zum Beispiel Access-Provider gehalten, rund um die Uhr auf Abruf für Aufträge des Bundes zur Verfügung zu stehen, was wohl vielen kleineren Anbietern aus Kostengründen das Genick brechen wird.

Natürlich müssen Strafverfolgungsbehörden ihr Arsenal weiter entwickeln, um dem technischen Fortschritt zu folgen und auf neue Formen der Kriminalität zu reagieren. Der Ausbau des Instrumentariums für die Überwachung muss sich jedoch an den Kriterien der Notwendigkeit, der Wirksamkeit, der Verhältnismässigkeit und der demokratischen Kontrolle orientieren. Das neue BÜPF weist in jedem dieser Bereiche gravierende Mängel auf, welche insbesondere die ICT-Anbieter stark tangieren, teilweise sogar existenziell gefährden.

Referendum jetzt unterschreiben!

Ich bin stolz darauf, dass sich meine Chefs, das heisst der Vorstand von Swico, einstimmig für die Unterstützung des BÜPF-Referendums ausgesprochen haben, obwohl es an subtilen und weniger subtilen Druckversuchen nicht gemangelt hat. Wenn auch Sie der Meinung sind, dass das Gesetz so nicht in Kraft treten darf und daher dem Souverän vorgelegt werden muss, dann laden Sie den Unterschriftenbogen herunter und füllen ihn aus: Pro Gemeinde braucht’s ein separates Formular, die Beglaubigung wird vom Komitee eingeholt, und die Unterschriftensammlung läuft bis Ende Juni.

Wenn es nicht gelingt, dieses Gesetz rechtzeitig zu stoppen, dann wird uns wohl im Licht meiner Ausführungen oben nichts anderes übrig bleiben, als auch den Titel dieses Mediums zu ändern: Von inside-it.ch zu inside-buepf.ch…

Stopfbuepf

L’Expédition Co-Création au départ

Link zur deutschen Fassung weiter unten

Information au sujet de cette manifestation

Allocution du 17 mars 2016, ImpactHub Genève

Mesdames, Messieurs,

Je suis heureux d’être parmi vous aujourd’hui et d’apporter ma contribution à cette inauguration. Je suis content que l’on m’ait invité tout en sachant que je suis un des plus fervents détracteurs du concept de Co-working et de Co-création. Le but de ma brève allocution est donc de vous mettre sérieusement en garde contre les dangers du travail au sein de ce genre d’établissements.

En effet, le Co-Working et la Co-création sont à la fois préjudiciables aux entreprises qui s’y associent, mais aussi aux collaborateurs concernés, ainsi que d’un point de vue social.

Le Co-working et la Co-création sont dangereux pour l’entreprise, car elle perd tout contrôle sur ses collaborateurs. Ils se mêlent à des collègues d’autres entreprises – ils vont même jusqu’à avoir des échanges avec eux. Et puis, voilà qu’ils ont soudain des idées nouvelles, développent de nouveaux concepts, et toute la machine à innover, qui a été élaborée avec le plus grand soin, commence à vaciller. Tout le monde sait bien que la créativité n’a rien à voir avec la spontanéité, et qu’elle doit faire à tout moment l’objet d’un suivi et d’un contrôle bien comme il faut.

C’est le pire des scénarios, surtout pour les responsables des ressources humaines. Où va-t-on si vos propres gens se mélangent à des étrangers? Lorsque, chef du personnel, vous croisez quelqu’un à la machine à café, vous ignorez si c’est un créatif externe – donc o.k. – ou si c’est l’un de vos collaborateurs qui n’a absolument pas le droit de faire une pause à cette heure-là. Et tout le monde sait bien que les pauses et les vacances sont les pires ennemis de la productivité au sein de l’entreprise.

Sans parler de l’image décontractée qui donne l’impression qu’on se fait plaisir en travaillant. Rien de tel pour nuire à la discipline. Et pour des raisons d’image, on n’a même plus le droit d’installer une pointeuse à un endroit central pour bien faire comprendre aux gens qu’ils ne sont quand même pas là pour leur bon plaisir.

Comment a-t-on pu en arriver là? Voici mon diagnostic: le Co-working et la Co-création n’ont pu avoir droit de cité que parce que les bonnes mœurs et la discipline se sont délitées au sein de l’entreprise.

A commencer par la tenue. Avant, on venait travailler avec une tenue décente. Puis insidieusement, ce fut le début de la décadence. Il y eut d’abord le Casual Friday. Et aujourd’hui? Aujourd’hui, on a le Casual Monday … et le Casual Tuesday, et aussi le Casual Wednesday, le Casual Thursday et bien entendu toujours le Casual Friday. Pour finir, personne ne porte plus de cravate digne de ce nom. Regardez autour de vous aujourd’hui!

Puis, on a soudain autorisé les collaborateurs à choisir l’appareil avec lequel ils voulaient travailler. A la limite, je peux encore comprendre que les ordinateurs portables aient remplacé les ordinateurs fixes. Mais aujourd’hui, vous voyez même des gens qui n’éprouvent aucune gêne à circuler au bureau avec une tablette.

Les chefs, eux, devraient montrer l’exemple et servir de modèle. Et pourtant, voilà ce qui se passe. L’ancienne cheffe de Microsoft Suisse m’avait déjà avoué dans un moment de faiblesse qu’elle dirigeait l’ensemble de l’entreprise avec son Lumia 1420. Imaginez un peu: 6 pouces pour diriger 600 personnes. Cela fait moins d’un quart de millimètre de diagonale d’écran par collaborateur. J’espère que celle qui lui a succédé est plus raisonnable je suis curieux d’entendre ce que nous dira Mme Janik à ce sujet!

La déliquescence des mœurs s’observe dans d’autres domaines: par exemple pour le mobilier. Avant quand on entrait dans un bureau, on savait d’emblée à qui on avait à faire. Les mètres carrés du bureau, multiplié par la qualité du tapis, auquel on ajoutait le nombre de lithographies accrochées au mur, cela donnait sans équivoque le rang du collaborateur et l’on savait à qui on avait à faire. Quand vous pénétrez aujourd’hui dans un bâtiment commercial, il n’y a déjà plus aucun bureau: partout, ce ne sont que coins canapé, salons et tables de bar. Et les chefs sont assis n’importe où, si par chance ils sont là. Car la plupart du temps, ils ne sont pas là.

Il y en a encore beaucoup d’autres personnes qui ne sont pas là. Avant, on avait une bonne raison de quitter le bureau: un contact client. Aujourd’hui, les gens vont et travaillent où ils veulent. Le pire, c’est ceux qui restent tout bonnement à la maison pour travailler. Comment voulez-vous amortir les investissements dans les transports publics et les constructions de routes lorsque les gens refusent de se déplacer aux heures de pointe?

C’est ce qui m’amène à parler d’un autre thème tout aussi préoccupant pour moi: les horaires de travail. Les collaborateurs travaillent non seulement où ils veulent mais aussi quand ils veulent. Heureusement, on peut encore compter sur notre législateur qui pose des limites strictes à ces plaisanteries en adoptant des directives réglementant les pauses et les heures supplémentaires et en exigeant une consignation stricte par écrit. Mais je sais qu’il y a de nombreuses entreprises et surtout des collaborateurs qui ne respectent pas ces consignes.

Au lieu de venir travailler au bureau le lundi matin, certaines personnes pensent à leur travail après leur jogging et ont soudain une idée de génie – le dimanche soir, ce qui est tout à fait illégal et mérite d’être sanctionné vigoureusement par la loi. La règle est pourtant claire et simple: « Nine to five », comme on le dit si bien en anglais. Le summum de la provocation a même été récemment la création d’une entreprise au nom pervers de « Five to nine ». Ce n’est rien d’autre qu’une incitation à violer la loi. Dans le nom même de l’entreprise! Incroyable! Préservez-nous de ces individus!

Comme je vous l’ai déjà dit, dans de telles circonstances, rien d’étonnant que de telles absurdités telles que le Co-working et la Co-création se répandent soudain au sein des entreprises.

Il semblerait que certains pensent qu’il faut faire exactement le contraire de ce que je viens de vous raconter. J’ai bien peur que ces gens aient raison. Je vous remercie de votre attention!

Le discours prononcé fait foi.

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Ansprache vom 17. März 2016, ImpactHub Genf

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich freue mich ausserordentlich, heute unter Ihnen zu sein und meinen Beitrag zu diesem Eröffnungsanlass zu leisten. Vor allem bin ich sehr erfreut, dass unsere Gastgeber die Grösse hatten, mich einzuladen, um damit einem der vehementesten Kritiker des Co-Working- und des Co-Creation-Konzepts eine Plattform zu geben. Ziel meiner kurzen Ansprache wird daher sein, Sie alle eindringlich vor den Gefahren des Arbeiten in solchen Etablissements zu warnen.

Schädlich ist Co-Working und Co-Creation nicht nur für die Unternehmen, welche sich daran beteiligen, sondern auch für die betroffenen Mitarbeitenden, aber auch aus gesellschaftlicher Sicht. Ich werde mich jedoch vor allem auf die Problematik aus Unternehmenssicht konzentrieren:

Für Unternehmen ist Co-Working und Co-Creation gefährlich, weil sie die Kontrolle über ihre Mitarbeitenden verlieren. Diese vermischen sich mit Kollegen aus anderen Firmen oder beginnen sogar, sich mit diesen auszutauschen. Plötzlich kommen sie auf neue Ideen, entwickeln neue Konzepte und bringen die sorgfältig aufgebaute Innovationsmaschinerie aus dem Tritt. Kreativität kann doch nicht einfach so spontan passieren, sie muss jederzeit sauber begleitet und überwacht werden.

Ein Alptraum ist ja das Ganze vor allem für die Personalverantwortlichen. Die Vermischung von eigenen und fremden Leuten ist ein Riesenproblem. Wenn Sie als Personalchef jemanden an der Kaffeemaschine stehen sehen, wissen sie nun nicht, ob das ein externer Kreativgeist ist, dann ist es o.k., oder ein eigener Mitarbeitender, der um diese Zeit gar keine Pause machen dürfte. Dabei weiss man doch: Pausen – und Ferien! – sind die grossen Produktivitätskiller in den Unternehmen.

Dazu kommt das ganze lockere Image, bei dem der Eindruck entsteht, als mache Arbeit Spass. Das schadet doch der Disziplin. Und aus Imagegründen darf man nicht einmal an einer zentralen Stelle eine Stempeluhr aufstellen, um den Leuten klar zu machen, dass sie doch nicht zum Vergnügen hier sind.

Wie konnte es nur so weit kommen? Meine Diagnose ist: Co-Working und Co-Creation konnten nur hoffähig werden, weil sich in den Unternehmen selbst die guten Sitten und die Disziplin aufgelöst haben.

Das beginnt beim Tenü. Früher ging man anständig angezogen ins Büro. Dann begann ganz schleichend der Zerfall. Zuerst kam der Casual Friday. Und heute? Heute haben sie den Casual Monday … und den Casual Tuesday, auch den Casual Wednesday, den Casual Thursday und den Casual Friday sowieso. Und am Ende trägt niemand mehr eine anständige Kravatte. Sehen Sie sich nur heute hier um!

Dann erlaubte man den Mitarbeitern plötzlich, das Gerät auszuwählen, mit dem sie arbeiten wollten. Dass man Desktops zugunsten von Laptops abgelöst hat, kann ich ganz knapp nachvollziehen. Aber heute gibt es doch tatsächlich Leute, die laufen im Beruf ganz offen mit einem Tablet herum.

Chefs sollten ja mit dem guten Beispiel voranagehen und als Vorbild wirken. Doch was passiert. Schon die frühere Chefin von Microsoft Schweiz hat mir in einer schwachen Stunde gestanden, dass sie die ganze Firma mit einem Lumia 1420 führe. Man stelle sich das vor: 6 Zoll, um 600 Mitarbeitende zu führen. Das macht weniger als einen Viertel Millimeter Bildschirmdiagonale pro Mitarbeitenden. Ich hoffe, ihre Nachfolgerin ist nicht so gedankenlos und bin daher gespannt, was uns Frau Janik zu diesem Thema sagen wird!

Die Verluderung der Sitten kann man bei weiteren Themen beobachten: Zum Beispiel bei den Büromöbeln. Wenn man früher ein Büro betrat, wusste man sofort, mit wem man es zu tun hat. Die Anzahl Quadratmeter Büro, multipliziert mit der Qualität des Bodenbelags, dazu addiert die Anzahl Gummibäume und die Anzahl Lithographien an den Wänden, das ergab ganz eindeutig den Rang des Mitarbeitenden und man wusste, mit wem man es zu tun hat. Wenn sie heute in ein Geschäftshaus gehen, hat es schon gar keine Büros mehr, es wimmelt von Kuschelkojen, Sitzgruppen und Stehtischen. Und die Chefs sitzen irgendwo, wenn sie überhaupt da sind. Denn meistens sind sie gar nicht im Haus.

Es sind auch viele andere gar nicht im Haus. Früher gab es einen Grund, um das Büro zu verlassen: Kundenkontakt. Heute jedoch sind die Leute irgendwo und arbeiten einfach, wo sie wollen. Am schlimmsten sind wohl die, welche häufig gleich zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten. Wie wollen wir denn die Investitionen in den öffentlichen Verkehr und den Strassenbau amortisieren, wenn sich die Leute weigern, in den Stosszeiten unterwegs zu sein?

Damit komme ich zu einem weiteren Thema, das mir ebenfalls grosse Sorgen bereitet: Die Arbeitszeiten. Die Mitarbeitenden arbeiten nicht nur, wo sie wollen, sondern auch, wann sie wollen. Zum Glück ist noch etwas auf unseren Gesetzgeber Verlass, der solchen Spässen enge Grenzen setzt, genaue Vorschriften über Pausen und Überzeit erlassen hat und eine lückenlose schriftliche Aufzeichnung verlangt. Allerdings weiss ich, dass es viele Firmen und vor allem Mitarbeitende gibt, die sich an diese Vorgaben nicht halten.

Statt dass sie am Montagmorgen im Büro arbeiten, denken gewisse Leute am Sonntagabend nach dem Joggen über das Geschäft nach und haben plötzlich einen Geistesblitz. Das ist illegal und soll mit der ganzen Schärfe des Gesetzes geahndet werden. Die Regel ist doch einfach und klar: „Nine to five“, wie man auf Englisch sagt. Der Gipfel der Provokation ist ja wohl, dass kürzlich eine Firma gegründet wurde mit dem perversen Firmennamen „Five to nine“. Das ist nichts anderes als eine Aufforderungen zum Gesetzesbruch. Schon im Firmennamen! Unglaublich! Hüten Sie sich vor diesen Leuten!

Wie gesagt: Bei solchen Zuständen in den Firmen ist es natürlich kein Wunder, wenn solche Absurditäten wie Co-Working und Co-Creation plötzlich um sich greifen.

Es soll allerdings Leute geben, die glauben, man müsse das Gegenteil von dem tun, was ich Ihnen jetzt gerade erzählt habe. Ich fürchte fast, diese Leute haben Recht. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!.

Es gilt das gesprochene Wort.

CSR? Nein danke, bzw. ja bitte!

Kürzlich wurde ich gefragt, ob Swico mittlerweile zu den Gutmenschen übergelaufen sei, weil wir in unserem Verhaltenskodex von unseren Mitgliedunternehmen „Corporate Citizenship“ einfordern, was ja stark nach „Corporate Social Responsibility“ (CSR) tönt, dem neuesten Steckenpferd der Bundesverwaltung.

In der Tat gebar letztes Jahr der Bundesrat ein CSR-Positionspapier, mit dem er Unternehmen dazu bringen will, das zu tun, was sie nicht müssen, aber aus seiner Sicht wollen sollen. Der CSR-Ansatz lautet, dass Unternehmen freiwillig gesellschaftliche (soziale, ökologische) Verantwortung übernehmen sollen. Damit schreibt der Staat vor, dass sich eine Firma nach den moralischen Auffassungen des Staates beziehungsweise der Gesellschaft richtig verhalten soll, jenseits dessen, was vorgeschrieben ist. Dies ist nichts anderes als Political Correctness in neuen Schläuchen.

Dabei ist doch klar: Entweder der Gesetzgeber (wir!) hält es für wichtig, dass der Staat Regeln aufstellt, dann befiehlt er: Zum Beispiel, dass Bauarbeiter einen Schutzhelm tragen, oder wie hoch der Mehrwertsteuersatz für Döner ist. Falls jedoch der Staat aufgrund der Verfassung zu einer Regulierung nicht legitimiert ist (von uns!), hat er sich zum Thema auch nicht zu äussern. Zum Beispiel bei der Wahl der Sockenfarbe im öffentlichen Verkehr oder wann ich am Sonntag aufstehe.

Aber die Versuchung ist gross, diese Grenze aufzuweichen. Es begann mit Präventionskampagnen, dann kam „Nudging“, und nun steht CSR auf dem Programm. Ein aktuelles Beispiel dazu: Das Parlament hat die Gesetzesvorlage „Grüne Wirtschaft“ (aus guten Gründen und mit Swico-Unterstützung) bachab geschickt. Der entsprechende „Aktionsplan“ des Bundes hat damit keine rechtliche Grundlage mehr, wird aber frisch fröhlich weiter verfolgt, halt einfach als Teil der CSR-Strategie des Bundes.

Der Begriff CSR ist jedoch in der Wirtschaft fest etabliert und viele Unternehmen arbeiten damit. Ist nun CSR etwas Gutes oder bloss ein trojanisches Pferd des Staates? Entscheidend scheint mir als Ausgangspunkt folgende Feststellung: Unternehmen sind nicht dazu da, moralischen Vorstellungen zum Durchbruch zu verhelfen, sondern um ökonomischen Mehrwert zu schaffen (und sich dabei natürlich an die Gesetze zu halten). Frei nach Nobelpreisträger Milton Friedman: „The social responsibility of business is to increase its profits.“

Heisst das nun, dass sich Unternehmen unmoralisch verhalten sollen? Überhaupt nicht. Moralisches Verhalten macht aus vielen Gründen Sinn und ist zu empfehlen: Weil ich mich dabei besser fühle (als Chef oder Aktionär) und daher motivierter bin, weil eine gute Reputation verkaufsfördernd wirkt, weil ich einfacher gute Mitarbeitende anstellen kann, weil ich Premium-Preise erziele etc. All dies dient jedoch eben nicht einem primär moralischen Zweck, sondern schlicht und einfach der bereits erwähnten Steigerung des Mehrwerts. Denn Menschen können (und sollen) sich moralisch verhalten, Unternehmen haben als solche keine Moral und sind nichts anderes als ökonomische Werkzeuge von Menschen.

Sind also CSR-Programme des Teufels? Nein, denn wenn moralisches Handeln im Unternehmensinteresse liegt, dann ist es doch angemessen, diese Aktivitäten systematisch und strukturiert vorzunehmen. Und wenn Analysten oder Investoren das Buzz-Wort CSR hören wollen, geben wir es ihnen; nicht aus moralischen Gründen, sondern weil es besser tönt als „Integrierte Image-Kampagne“.

Also lasst uns weiterhin CSR machen und unsere Firmen sollen „Good Corporate Citizen“ sein. Aber um ökonomischen Mehrwert zu schaffen, und nicht weil uns dann der Bundesrat zufrieden übers Köpfchen streichelt.

 Zwischenablage01
Dieser Beitrag erschien in weitgehend identischer Form in meiner Kolumne “Von Hensch zu Mensch” auf inside-it.ch.